Inflationsschocks – der unterschätzte Unmutsfaktor

Wenn es einen größeren Zustrom von Menschen nach Deutschland gibt, wählen mehr Leute extreme Parteien. Heißt es. In Wirklichkeit fällt bei näherem Hinsehen ein anderer Zusammenhang sehr viel deutlicher auf: stark zugenommen hat die Zustimmung zu Populisten, wenn die Inflation hoch ist.

So stiegen die Umfragewerte der AfD in Deutschland just seit dem Höhepunkt der Inflation im Herbst 2022. Ähnliches gilt für das Jahr 2026: auch hier ist die Zustimmung zur AfD just in dem Moment gestiegen, als infolge des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten Ölpreise und Inflation anzogen. Eine ähnliche Wirkung scheint die Teuerung in den USA gehabt zu haben. Umfragen zufolge war die Inflation im Wahlkampf 2024 für rund 41 Prozent der US-Bürger und Bürgerinnen eines der wichtigsten Themen. Und: dort, wo das Problem am stärksten wahrgenommen wurde, gewann bei der Wahl in der Tendenz Donald Trump. Sprich: ohne Inflation wäre Trump womöglich gar kein zweites Mal Präsident geworden.

Wie Inflation einen so starken Einfluss auf das Wahlverhalten haben kann – und was Kontrollverlust damit zu tun hat – untersuchen wir in einem ausführlichen Ranking, in dem wir den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammenführen und unterschiedliche Faktoren beleuchten, die Populismus fördern. Mehr dazu in unserem Reality-Check.

  • Lehren aus der Trump-Wahl – ein Interview auf Ursachensuche

    Ist aktive Regionalpolitik der Schlüssel zur Bekämpfung des wachsenden Populismus? Der Ökonom Robert Gold erklärt, warum Regionalförderung in den USA (noch) keine messbaren Effekte erzielt, wie Regionalpolitik gestaltet werden muss, um das zu ändern – und welche Rolle Kontrollverlust und Vertrauen dabei spielen.

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  • Wo bleibt die New Economy? Versuch eines Zwischenstopps

    Seit dem Kollaps des marktliberalen Dogmas vor fast 20 Jahren suchen innovative Denker und Denkerinnen nach passenderen Antworten auf die Probleme der Zeit. Daraus ist inzwischen ein Konsens über Ziele und Prinzipien gewachsen – trotz aller Abwehrkämpfe wiedererstarkter Marktradikaler und Ordo-Nostalgiker.

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  • Wenn es um diejenigen geht, die zu den Ideen einer New Economy beisteuern, gibt es eine ganze Reihe Forscher und Forscherinnen, die teils seit ein, zwei oder mehr Jahrzehnten dazu arbeiten. Dazu zählen Harvard-Ökonom Dani Rodrik, der bereits in den 1990er-Jahren die marktliberale Art der Globalisierung kritisierte.

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